Hilf ja niemanden!

Hilf ja niemanden, verstanden!
Ja, das meine ich ernst! Bevor du aber entrüstest wegklickst oder mir eine böse Nachricht schickst, lese bitte weiter.

 

Unaufgeforderte Ratschläge sind auch nur Schläge

Hilf ja niemanden, der dich nicht um deine Hilfe gebeten hat. Hilfe und Ratschläge sind erst angebracht, wenn du darum gebeten wirst. Und dann wirkt die Hilfe und der Ratschlag auch erst so richtig. Wenn du nämlich unaufgefordert jemanden hilfst, dann kann das durchaus schwerwiegende Folgen haben, die deine Situation und die des vermeintlich Hilfsbedürftigen verschlechtern. Du hilfst in diesem Moment nämlich nur aus deiner Sicht. Aus Sicht des anderen kann das durchaus ein Eingriff in die Privatsphäre sein, eine große Kränkung oder sogar lange Arbeit zu Nicht machen.

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Wer sein Auto liebt, der schiebt

Ich möchte dir das an einem einfachen Beispiel veranschaulichen. Stell dir vor, du siehst jemanden, der sein Auto schiebt. Jetzt magst du denken: „Oje, das Auto ist kaputt und keiner hilft diesem armen Kerl, das Auto in die nächste Werkstatt zu schieben.“
Du nimmst dir ein Herz und hilfst ihm, das Auto zu schieben. Du fängst also an, mit ganzer Kraft zu schieben. Doch plötzlich fängt der Kerl an zu schimpfen:
„Hör auf, was soll das?“
Und auch ein anderer Mann kommt her und schreit:
„Stopp, Stopp, disqualifiziert!“
Du bist komplett verdattert und stotterst:
„Aber ich wollte doch nur helfen!“
Schön langsam realisierst du, dass dieser Kerl gerade dabei war, einen Rekord im Autoschieben aufzustellen und er war nur mehr wenige Meter davon entfernt, einen neuen Weltrekord aufzustellen. Tja, blöd gelaufen.

 

Das Gegenteil von „gut gemacht“ ist „gut gemeint“

Das Beispiel mit dem Autoschieben mag ein wenig aus der Luft gegriffen sein. Es zeigt aber deutlich, dass wir nicht ohne Aufforderung in das Leben anderer eingreifen dürfen. Der Grund darin liegt, weil wir die Umstände nicht wissen, in denen sich der vermeintlich Hilfsbedürftige gerade befindet. Viele sagen dann oft: „Aber ich habe es doch nur gut gemeint!“ Mit dieser „Ausrede“ glauben viele, dass es dann wieder getan ist.

„Gut gemeint“ heißt lange noch nicht „gut gemacht“.

Doch zum Beispiel derjenige, dem gerade sein Traum vom stärksten Mann der Welt zerbröselt, hat reichlich wenig davon. Meistens wundern wir uns aber nur, warum derjenige, dem man gerade vermeintlich geholfen hat, böse auf uns ist. Mit Glück löst sich dieses Missverständnis in Wohlgefallen auf. Es sind daran aber schon Beziehungen oder langjährige Freundschaften gescheitert und keiner weiß eigentlich, warum. Man kann also durch „gut gemeint“ sehr viel kaputt machen!

 

Hilfe in Notsituationen

Jetzt magst du sagen: „Was ist in Notsituationen, wie bei einem Autounfall?“ Aus meiner Sicht, ist es auch da ganz wichtig, dass man nur hilft, wenn man gebeten wird oder der Hilfsbedürftige in Hilfe einwilligt. Auch da kann es sein, dass manche Menschen es nicht wollen, dass man ihnen hilft. Das habe ich als ehemaliger Rettungssanitäter selbst erlebt. Wenn du nun an einer Unfallstelle bist und es ist offensichtlich, dass dort jemand Hilfe braucht, dann sag‘ dem Hilfsbedürftigen, dass du ihm jetzt zum Beispiel aus dem Auto hilfst. Dann weiß derjenige Bescheid und wird normalerweise die Hilfe sehr gerne annehmen. Du kannst dir das so vorstellen: Wenn du der Verletzte bist, dann würdest du sicherlich auch gerne wissen, was dieser Fremde Mensch da jetzt mit dir macht. Du bist ja sowieso schon in einer sehr emotionalen Lage, da willst du nicht noch die Unsicherheit haben, nicht zu wissen, was jetzt geschieht. Damit bringst du zum Beispiel an einer Unfallstelle schnell Vertrauen und eine gewisse Gelassenheit rein. Bei akuter Lebensgefahr oder ohnmächtigen Personen heißt es natürlich gleich anpacken.

Im Großen und Ganzen soll es in diesem Artikel aber um Hilfe, Tipps und Ratschläge gehen, die man so im Alltag hergibt.

 

Um Erlaubnis fragen, helfen zu dürfen.

Wenn du merkst, dass es jemanden schlecht geht, zum Beispiel, weil er oder sie gerade eine Trennung hinter sich hat oder gekündigt wurde, dann fange nicht gleich an, Ratschläge zu geben. Wenn du helfen willst, dann hole den Menschen da ab, wo er sich befindet und zeige erstmal, dass du Verständnis hast und mit ihm oder sie mitfühlst. Du kannst sagen: „Das tut mir leid.“ oder „Ich verstehe, dass du wütend und traurig bist.“ So schaffst du Vertrauen und Verständnis in einer emotionalen und sensiblen Situation.

Anschließend kannst du fragen, ob du helfen kannst. Das kann ebenso auf mehrere Arten geschehen. Du kannst sagen:
Brauchst du Hilfe?
Willst du reden?
Kann ich was für dich tun?

Oder auch konkreter, in dem du sagst:
Ich wüsste da was, das dir jetzt vielleicht hilft. Ist es dir Recht, wenn ich es dir erzähle?

Im Endeffekt sollte immer zu erst eine Frage an den Hilfsbedürftigen gestellt werden, auf die er einwilligen oder ablehnen kann. Dann bist du dir sicher, dass deine Hilfe auch ankommt und dass du auch den richtigen Ratschlag gibst. So wirst du Dankbarkeit für deine Hilfe bekommen und du wirst auch keine Angst mehr haben, Hilfe zu leisten.

Helfen ist eines des schönsten Dinge, die man tun kann. Wie immer ist es aber auch hier wichtig, den Menschen so zu akzeptieren, wie er sich gerade fühlt und was er gerade haben will.

Was es bringt, selbst um Hilfe zu bitten, habe ich in diesem Artikel geschrieben. Klick dich mal rein! 🙂

Ich hoffe, dass dir diese Gedanken weiterhelfen ;). Wenn du mehr wissen willst, dann schreibe mir einfach eine Nachricht. Ich freue mich auch auf deine Meinung zu diesem Thema. Schreibe mir doch gleich unten ein Kommentar. 🙂

 

LG

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